Die Geschichte von Puch

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PUCH
Johann Puch (Janez Puh) wurde am 27. Juni 1862 als siebtes Kind einer Slowenisch
sprechenden Kleinbauern-Familie in Sakuschak, Kaisertum Österreich geboren. Als
Achtjähriger verliess er das Elternhaus und begann mit zwölf Jahren eine Lehre als
Schlosser in Pettau. Nach der Ausbildung ging er auf Wanderschaft und leistete seinen
dreijährigen Militärdienst, wo er als Schlosser im Zeugdepot Graz eingeteilt war. In dieser
Zeit profilierte er sich als Fahrradmechaniker. Im Anschluss wechselte er öfters den
Arbeitgeber um sich im Fahrradbau weiterzubilden. So wurde er zur gefragten Fachkraft.
1889 reiste Puch zu einer Fahrradausstellung nach Leipzig und übernahm in der Folge die
Vertretung der englischen Humber-Werke und des deutschen Unternehmens Winklhofer &
Jännicke. Nach mehreren Anläufen erhielt er im September 1889 die Betriebserlaubnis für
eine Fahrrad-Werkstatt auf dem Gelände der Gärtnerei seiner Schwiegereltern in Graz.
Schon im selben Jahr wurde das erste Puch-Rad, ein Sicherheitsniederrad, unter dem
Markennamen Styria (lat. für das Bundesland Steiermark) ausgeliefert. Schon Mitte 1890
erwies sich die Werkstatt als zu klein und Puch zog, mit finanzieller Unterstützung eines
Partners, in ein größeres Gebäude um. 1891 wurde die Handelsgesellschaft „Johann Puch &
Comp.“ eingetragen und beschäftigte 34 Mitarbeiter.
Johann Puch erkrankte 1893 am Herzen und musste kürzertreten. Da die Nachfrage nach
Rädern jedoch weiterhin gross war, stieg die Bielefelder Maschinenfabrik als Kommanditistin
mit ein. 1895 beschäftigte Puch schon 330 Arbeiter, die jährlich rund 6’000 Fahrräder
produzierten.


1897 schied Puch wegen Unstimmigkeiten mit den neuen Partnern aus der Firma Johann
Puch & Comp., Styria Fahrradwerke aus. Er erhielt eine Abfindung unter der Bedingung,
zwei Jahre lang keinen Konkurrenzbetrieb zu eröffnen. Diese Regelung umging er, indem er
eine neue Firma zunächst unter dem Namen eines seiner Mitarbeiter aufmachte. 1899
gründete er dann die Puch-Werke. Ein österreichisches Unternehmen, das Fahrräder,
Motorfahrräder, Verbrennungsmotoren, Motorräder und Automobile produzierte.
1912 zog sich Puch nach neuerlichen Herzproblemen aus der Leitung der Puch-Werke
zurück, wurde Ehrenpräsident und widmete sich hauptsächlich seinen Rennpferden, kehrte
aber im Frühjahr 1914 in den Verwaltungsrat zurück. Zu dieser Zeit beschäftigte das Werk
bereits 1’100 Mitarbeiter und produzierte jährlich 16’000 Fahrräder (z.B. das „Waffenrad“)
und je 300 Motorräder und Automobile. Am 19. Juli 1914 verstarb Johann Puch bei einem
Pferderennen in Zagreb, damals Agram, an einem Herzschlag. Die Firma konnte sich noch
einige Zeit behaupten, ehe sie 1928 mit der Österreichischen Daimler-Motoren AG
fusionierte. Aber auch die daraus entstehenden Austro-Daimler-Puchwerke AG hielten sich
nur bis 1934.
Wie alle Betriebe dieser Art wurde das Puchwerk im Zweiten Weltkrieg auch für die
Rüstungsproduktion herangezogen, dazu reichten die Kapazitäten jedoch bald nicht mehr
aus. Deshalb wurde gut 3 km südöstlich vom Einser-Werk in Thondorf bei Graz das
sogenannte „Zweier-Werk“ gebaut. Hier wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Fahrräder,
Mopeds, Motorräder, Personenwagen und Geländewagen (Haflinger, Pinzgauer, Puch G)
entwickelt und produziert.
1938 wurden die Fahrräder mit Hilfsmotor entwickelt. Bei Puch ging man in diese Lücke mit
der „Styriette“. Sie wurde als „Motorfahrrad“ vorgestellt und war in einer Damen- und

Herrenausführung verfügbar. Der 60,3 ccm Motor leistete 1 kW (1,3 PS), was später in Graz
„Moped-Dimension“ wurde.
Mopeds sind nicht durch ihre Bauart bestimmt, sondern wurden nach dem Zweiten Weltkrieg
durch die Straßenverkehrsordnung definiert. Es galt keine Führerscheinpflicht und keine
Steuer. Die Fahrzeuge waren preiswert zu versichern und hatten eine limitierte
Höchstgeschwindigkeit. Es entstanden die Modelle Maxi, Condor, Sport, MS 50, VS 50, MV
50, MV 50 S, X 30, X 50, Puch Pionier. Im Jahr 1969 stellten die Puch-Werke das Puch Maxi
als Nachfolger der umgangssprachlichen «Schwarze Sau» genannten Puch MV50 vor. Eine
wichtige Besonderheit des Maxis ist, dass es die erste von Puch produzierte
Fliehkraftkupplung in sich trägt (Automatik). 1985 wurde noch das Supermaxi mit Katalysator
vorgestellt, das erste Mofa weltweit mit Abgasreinigung.
Eine neuerliche Fusion mit der Steyr-Werke AG führte zur Steyr-Daimler-Puch AG, die
neben Fahrzeugen aller Art (PKW, LKW, Omnibusse, Geländefahrzeuge, Traktoren,
Motorräder, Fahrräder) auch Werkzeuge und Waffen herstellte. 1987 wurde nach beinahe
100 Jahren die Fahrradproduktion in Graz endgültig eingestellt. Die technische Kompetenz
war bei Steyr-Puch immer größer als die kaufmännische, die Markenrechte wurden an den
italienischen Hersteller Piaggio veräußert, der etwa bis zur Jahrtausendwende Fahrräder und
Mopeds mit dem Markenlogo „Puch“ produzierte. Piaggio gab 1997 die Rechte für den
Fahrradbereich (inkl. Bianchi) an den schwedischen Rad-Konzernriesen Cycleurope weiter.
In den 1990er Jahren wurden verschiedene Produktionsbereiche stillgelegt oder abgegeben.
Wälzlager wurden an den schwedischen Konzern SKF verkauft. Omnibusse an die
schwedische Volvo Group, Traktoren an den US-amerikanischen Case-Konzern verkauft,
Gewehre an die Steyr-Mannlicher ausgegliedert.
Der Rest des Konzerns wurde 1998 von der Magna Holding AG übernommen und
beschäftigt sich vor allem mit Allradantrieben. Ein Förderungspreis von Magna für
Diplomarbeiten wurde im Gedenken an Johann Puch benannt.
2011 übernahm das Familienunternehmen J. Faber GmbH die Verantwortung für die
Fahrradmarke Puch. Die neuen Puch-Räder wurden weiter von Cycleurope in Frankreich
produziert. Ab März 2012 wurden neun neue Modelle, darunter fünf Elektroräder, unter dem
Namen „Puch“ angeboten.
Quelle: Wikipedia, Private Informationen diverser «Zeitspezialisten»

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